Alexander Kurfürst

Alexander Kurfürst
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Alexander Kurfürst
Alexander Kurfürst
Alexander Kurfürst
Alexander Kurfürst
Alexander Kurfürst
Alexander Kurfürst
Alexander Kurfürst
Alexander Kurfürst
Alexander Kurfürst
Alexander Kurfürst
Alexander Kurfürst
Alexander Kurfürst
Alexander Kurfürst
Alexander Kurfürst

Die oberen Zeichnungen sind ca. 55 X 75 cm. 
Ich finde sie klar, frisch, bunt und phantasievoll.
Preis gerne auf Anfrage
Alexander Kurfürst- Armin Pangerl
Alexander Kurfürst- Armin Pangerl
Alexander Kurfürst- Armin Pangerl
Alexander Kurfürst- Armin Pangerl
Alexander Kurfürst- Armin Pangerl
Alexander Kurfürst- Armin Pangerl
Alexander Kurfürst- Armin Pangerl
Alexander Kurfürst- Armin Pangerl
Alexander Kurfürst- Armin Pangerl
Alexander Kurfürst- Armin Pangerl
Alexander Kurfürst- Armin Pangerl
Alexander Kurfürst- Armin Pangerl
Alexander Kurfürst- Armin Pangerl
Alexander Kurfürst- Armin Pangerl
Alexander Kurfürst- Armin Pangerl
Alexander Kurfürst- Armin Pangerl
Alexander Kurfürst- Armin Pangerl
Alexander Kurfürst- Armin Pangerl
Alexander Kurfürst- Armin Pangerl
Alexander Kurfürst- Armin Pangerl
  • Der unweit vom Bodensee lebende Zeichner, Maler und Lyriker Alexander Kurfürstpräsentiert Wimmelbilder, die Rätsel und Geheimnisse bergen, verschlüsselte Szenen und Figurenbeziehungen, versteckte Gegenstände. Es »wimmelt« in seinen Zeichnungen nur so von Details, Menschen, Gesichten, Köpfen, Augen, Tieren, Automobilen, Architekturteilen und allen möglichen Dingen. Das Unbewusste des Künstlers äußert sich hier nicht so sehr in Impulsen und Fragmenten, sondern vor allem in Erinnerungsbildern. Es sind immer agierende Figuren, deren Ansehen und Bewegungsform manchmal mehr menschliche, manchmal mehr tierische oder dingliche Bezüge in Erinnerung rufen.

    Die Linie gewinnt ihr selbstständiges Leben gegenüber den - meist nackten - Figuren und den Gegenständen, die nur noch selten direkt gezeichnet werden, sondern sich aus den Liniengespinsten traumhaft-phantastisch wie von selbst ergeben, neben aller Poesie jedoch beunruhigend und bedrängend wirken. Die Linien sind Bewegungen der Hand, die innere Gesichte niederschreibt. »Ein winziges Blatt Papier kann die ganze Welt enthalten«, hat der Maler und Grafiker Wols gesagt, der als Wegbereiter des Tachismus und Ahnherr der informellen Kunst gilt. Kurfürsts miniaturhaft gezeichnete Linien gruppieren sich meist um eine imaginäre Symmetrieachse und lassen Figuren, Köpfe wie Gewächse hervorwachsen.

    Diese Gestalten entstehen nicht nach Plan, sondern aus einer Zweideutigkeit, die der Künstler wie unbeabsichtigt aus der Textur herausschält. Hier wird eine naiv-erzählerische Komponente spürbar, mit einer Beziehung zum Märchen, die das Geheimnisvolle betont und Gestalten wie absichtslos aus dem Amorphen auftauchen lässt, ohne erdrückende Dämonie, doch mit dem leichten Schauer des Gruselns. Alles ist richtungslos, voller Einfälle, voller Gesichte, ein Herauswachsen eines Elementes aus dem anderen, eine unendliche Kette von Assoziationen, eine skurrile Gesellschaft, zu der man gerne die Story kennen möchte.

     Neues Deutschland vom 14. 7. 1017

    Schaut man derzeit bei ART CRU vorbei, kann man die verschachtelten und von Menschen wimmelnden Architekturlandschaften von Alexander Kurfürst nur bewundern
    für den schwungvollen Strich und die zarte Farbigkeit, mit der er diese Wunderwelten aufs Papier bringt.
    Und man möchte seine Gastfreundschaft rühmen, die in den gern als „Hotel“ bezeichneten Gebäuden zum Ausdruck kommt. 

    TAZ vom 29. Juni 2017

Galerie ART CRU 
Vernissage der Ausstellung Kaskeline / Kurfürst am 22.06.2017
Dauer der Ausstellung: 23.06. – 04.08.2017
Der Strich des Zeichners - Annäherungen an die Zeichnungen von Alexander Kurfürst

Liebe Frau Kaskeline, lieber Herr Kurfürst, liebe Freundinnen und Freunde der Kunst und der Außenseiterkunst,

halten wir uns heute mal nicht an „ladies first“, sondern beginnen wir bei der Vorstellung der Gäste mit dem, der die längere Anreise hatte, mit Ihnen, lieber Alexander Kurfürst, der Sie mit Ihrer Familie aus dem Allgäu zu uns gekommen sind zusammen mit ihrem Freund und Förderer, Hans Urbanek, der sogar aus der Schweiz angereist ist. 

Mit dem ersten Blick auf die Zeichnungen von Alexander Kurfürst sehen Sie, dass er ein Meister des Strichs und der zarten Farben ist. Allerdings muss man schon genau hinschauen, denn die Zeichnungen sind trotz des oft großen Formats zurückhaltend, nicht laut, sie drängen sich nicht auf. Der Strich ist schwungvoll, liebevoll und er ist mit schwarzer Tusche unbeirrt und souverän, zugleich zart und fest über das edle Japanpapier gezogen. Farbe verwendet Alexander Kurfürst nur wenig und er verteilt sie sparsam. Nur einzelne Bilder sind mit Aquarell- oder Pastellfarben ohne Konturen, ganz flächig gezeichnet.

Fast alle seine Bilder sind eine Art Wimmelbilder: In einer verschachtelten,  nicht näher bestimmbaren Architekturlandschaft ohne Natur, dafür mit Straßen, Häuser, Kirchen und Hotels – diese scheinen es Alexander Kurfürst besonders angetan zu haben - liegen, sitzen und stehen die Körper und Köpfe. Die Gesichter schauen mit großen, staunenden und erwartungsvollen Augen aus dem Bild, selten sind sie im Profil oder von schräg zu sehen, die Körper sind häufig nackt, dazwischen tummeln sich Tiere, Vögel und Mischwesen, die Figuren wachsen auseinander hervor, die Schulter einer Frau ist der Hals eines Tieres, sie wuchern über die Fläche des Bildes, mal in die eine, dann in eine andere Richtung; wo ist der Anfang? Auch das Ende scheint offen: Ist das Bild eigentlich fertig oder ist es noch nicht fertig? Die Bilder zeigen keine Tiefe, keine Räumlichkeit, sie spannen ihre Fülle zweidimensional auf. Viele Elemente wiederholen sich, ist es eine Wiederkehr des immer Gleichen? Oder des immer Neuen?

Die Bilder bestehen also aus vielen Gesichtern, aus Augen, die mich, den Betrachter, die Sie frontal anschauen. Ein Einfall könnte deshalb sein: Ist es etwa eine Welt, in der big brother is watching you? Aber für solch einen Zeitbezug gibt es keine weiteren Hinweise, dafür sind die Gesichter auch zu freundlich, zu wenig bedrohlich. Die Münder lächeln meist, wirken sonst neutral und fast nie ärgerlich.

Die Gesichter haben nichts Individuelles, sind immer schematisch gezeichnet, und erst die dazu gehörenden Körper machen deutlich, dass es meist Frauen sind. Handelt es sich um eine Stadt der Frauen, um die Fantasie eines männlichen Künstlers?

Selten gibt es Technisches zu sehen, Autos, Elektrostecker zum Beispiel, die aber keine Steckdose finden. Plötzlich tauchen Lampen auf? Haben die was zu bedeuten? Oder interessiert Alexander Kurfürst nur die angenehme, die schöne runde Form? Sind diese Zeichnungen eigentlich erotisch? Bei so vielen primären und sekundären, vor allem weiblichen Geschlechtsmerkmalen? Urteilen Sie selbst!

Und jetzt endlich die Frage der Fragen: Was wollen mir die Zeichnungen sagen? Sollen sie eine Geschichte erzählen? Und welche? Meine Fantasie reicht noch aus, um einen Faden zu ziehen durch das Vielerlei der Andeutungen. Aber ist es auch die Geschichte, die Alexander Kurfürst erzählen will, oder bin ich mit meinen Geschichten auf einer ganz eigenen, um nicht zu sagen falschen Fährte? Ist das Ganze viel mehr surreal? Jenseits von etwas, was wir gemeinhin Wirklichkeit nennen? Eine Geschichte, die nicht im Bild, sondern hinter dem Bild erzählt wird? Ohnehin kann es sein, dass ich beim wiederholten Hinschauen die Figuren ganz unverbunden nebeneinander stehen sehe und ich keine Geschichte, sondern die Einsamkeit der Figuren bzw. der Menschen sehe, die nichts miteinander zu tun haben, nicht miteinander reden und voneinander isoliert sind.

Alexander Kurfürst ist ein belesener, studierter Mann, der neben seinen Zeichnungen auch Gedichte schreibt, kurze, knappe Gedichte, er liebt die kleine Form und kombiniert kleine Bilder oft mit Vierzeilern (oder auch längeren Gedichten). In einem Zeitungsartikel über ihn heißt es: „Alexander Kurfürst erzählt Geschichten mit Tusche und malt Bilder mit Worten“. Für seine Geschichten mit Tusche hat Alexander Kurfürst 2015 beim Landespsychiatrietag Baden Württemberg einen Preis gewonnen. Seine Gedichte liegen hier aus und Sie können sie auf einer CD, gesprochen von einem Schauspieler, auch kaufen ebenso wie natürlich alle Zeichnungen. Und lassen Sie mich Sie darauf hinweisen, dass es neben den großen hier ausgestellten auch noch viele kleinere Zeichnungen gibt.

Alexander Kurfürst hat Theologie, Philosophie, Architektur und Malerei studiert, und alles findet sich in seiner Kunst wieder. Er hat psychische Krisen in seinem Leben durch litten. Er ist also ein Psychiatrieerfahrener, aber er ist kein künstlerischer Autodidakt. Ist er nun ein Außenseiterkünstler? Eine Zuordnung lässt sich so einfach nicht treffen, sie würde uns in unserer Auseinandersetzung mit seiner Kunst aber auch nicht weiter bringen.

Zum guten Ende also: Schauen Sie sich anschließend die Zeichnungen in Ruhe an, nehmen Sie sich Zeit: „to be aware“ hat Alexandra von Gersdorff-Bultmann diese Ausstellung ja geheimnisvoller Weise überschrieben, werden Sie der Kunst gewahr, verlieren Sie sich in den Zeichnungen, lesen Sie die Gedichte, wenn die Worte und/oder die Bilder etwas in Ihnen anregen, ist es gute Kunst.

 

Am wichtigsten aber ist ohnehin, dass seine Kunst Alexander Kurfürst selbst gut tut – und das tut sie ganz offensichtlich. Wir freuen uns, dass wir uns davon heute selbst überzeugen können.
Wolfram Voigtländer